Impuls

Oktober

Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich nun auch ihnen gegeben, damit sie eins sind, so wie wir eins sind.Ich in ihnen und du in mir – so sollen sie zur völligen Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass sie von dir geliebt sind, wie ich von dir geliebt bin.

Johannes, 17.22+23 (NGÜ

Liebe Leser und Leserinnen,

Nach dem „Unser Vater“ ist dieses Gebet das Bekannteste von Jesus: das sogenannte „Hohepriesterliche Gebet“ in Johannes Kapitel 17. Und dass er dieses Gebet auch für uns heute gebetet hat, sagt Jesus ausdrücklich im Vers 20. Um was genau hat er denn für uns gebeten? Letztendlich geht es hier um die Verherrlichung Gottes. Damit Gott aber verherrlicht wird und alle Ehre bekommt, braucht es auch uns.

Ohne uns geht es anscheinend nicht. Wir sind ein sehr wichtiges Glied in dieser Kette. So wichtig, dass es Jesus in seinem Gebet mehrmals wiederholt.

Die „Verherrlichungsspirale“ – wie ich es einmal nennen möchte – beginnt, wie alles, bei Gott. Jesus betet in Vers 1: „Vater, verherrliche deinen Sohn, damit er dich verherrlichen kann.“ Nun sieht die Verherrlichung von Jesus so aus, dass der Vater ihm Macht über alle Menschen gegeben hat und Jesus jetzt allen, die ihn annehmen und durch ihn zu Gott kommen, das ewige Leben schenkt. Dies bedeutet nach dem Gebet von Jesus, dass er uns, die wir ihn in unser Leben aufgenommen haben, seine von dem Vater erhaltene Herrlichkeit weiter verschenkt. Das hat natürlich eine Auswirkung auf unser Leben. Jetzt sind wir als Kinder Gottes eine Einheit. Und zwar nicht irgendeine beliebige. Wir sind ebenso eins, wie Jesus mit seinem Vater eins ist.

Ich höre uns fragen: Ist das nicht Utopie? Kann das überhaupt gelebt werden? Vielleicht ist das ja ein Zustand, der im Paradies erreicht werden kann, aber hier?

Ich möchte zurückfragen: Warum erleben wir diesen Zustand nicht? Was hindert uns daran? Dass es möglich sein muss, steht ausser Frage, sonst hätte Jesus dieses Gebet überhaupt nicht zu beten gebraucht.

Kann es sein, dass wir die Voraussetzung übersehen, die so ein Leben in der Einheit mit Gott und Menschen braucht?

Indem Jesus uns seine Herrlichkeit schenkt, schenkt er sich uns selber. Dieses erbetene Einssein ist nur möglich, weil Jesus in uns sein Leben lebt. Durch den Sohn lebt auch der Vater in uns. Wenn dieses Leben Gottes in uns sich in der Einheit unter uns ausdrückt, dann wird dadurch wieder Jesus verherrlicht und durch Jesus dann Gott. Dieses Leben in der Einheit mit Gott und den Kindern Gottes hat zudem noch einen wunderbaren Nebeneffekt: Die Welt wird die Liebe Gottes erkennen, so dass sich wieder einige zu Jesus hinwenden.

liebe Grüsse aus Nordstrand

Jürgen Wolf